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Meetering 2026 – Branchentreff für produktiven Austausch
Zwei Tage Messwesen komplett: Zahlreiche Experten, Verantwortliche und Hardware-Anbieter tauschten Sichtweisen, Erfahrungen und Lösungskonzepte aus
14 Referierende mit unterschiedlichsten Perspektiven auf die aktuellen Herausforderungen rund um das Smart Metering, eine begleitende Ausstellung mit 16 namhaften Hardware-Anbietern sowie viel Raum für persönlichen Austausch zwischen mehr als 220 Teilnehmern: Der voll ausgebuchte Branchentreff Meetering 2026 überzeugte durch die Vielfalt der Informationen ebenso wie durch den Fokus auf aktuelle Erfahrungen aus der Praxis.


Regulierung im Blick: aktuelle Themen und Ausblicke
Mit dem Einbau von steuerbaren Verbrauchseinrichtungen werden Versorgungsunternehmen erstmalig mit einer juristisch durchaus kniffligen Situation konfrontiert. Wie ist damit umzugehen, wenn der Betreiber der steuVE die in §14 a geforderte jederzeitige Steuerbarkeit nicht sicherstellt? Sicher ist, dass in diesem Fall die Netzentgeltreduzierungen nicht gewährt werden müssen.
Die vor kurzem abgelaufene Frist zur Meldung der Rollout-Zahlen wird – so die einhellige Einschätzung verschiedener Beratungsunternehmen – an den Tag bringen, dass längst nicht jeder MSB die geforderte 20%-Einbauquote erfüllt hat. Jan-Hendrik vom Wege von BBH betonte, dass die BNetzA Gründe für die Nicht-Einhaltung abfragen wird. Bei der Beantwortung sollten nicht pauschale Argumente, sondern stichhaltige Details angegeben werden. Nicht akzeptabel sei zum Beispiel die Angabe, der IT-Dienstleister hätte die Anforderungen bislang nicht erfüllen können. Zu beachten ist, dass das Schwert der BNetzA durchaus scharf ist: Die Maßnahmen reichen vom Zwangsgeldverfahren bis hin zum Entzug der Grundzuständigkeit.
Der politische Wille zur weiteren Beschleunigung des Smart-Meter-Rollouts ist deutlich gestiegen. In diesem Zusammenhang wies Leon Bücher von der BET Consulting GmbH darauf hin, dass die für 2026 zu erwartende Novelle des MsbG in Richtung einer Ausweitung der Sanktionen bis hin zur Pflicht zu Ausschreibung oder Übertragung der Grundzuständigkeit geht, aber auch die Stärkung von Anreizen und Pflichten zu Kooperationen vorsieht.
Die Novelle des MsbG von 12/2025 beinhaltete eine kleine, aber bedeutende Änderung des §41. Sie eröffnet die Möglichkeit, dass sich Messstellenbetreiber zur gemeinsamen Erfüllung von Rollout-Vorgaben zusammenschließen. Jochen Buchloh von der HORIZONTE Group führte aus, dass die Kooperationsmöglichkeiten vielfältig sind, da die Regelung große Spielräume zulässt. Sowohl die kaufmännischen als auch die technisch-operativen Aufgaben bis hin zu EDM und MaKo können Gegenstand der Zusammenarbeit sein.
Technik im Griff: Lösungskonzepte für Hardware-Herausforderungen
Die begleitende Ausstellung gab einen anschaulichen Überblick über die Vielzahl der Hersteller und Geräte am Markt. Zugleich konnten sich die Teilnehmer live und im Detail darüber informieren, welche Lösungen es bereits für die technischen Herausforderungen gibt, die nach und nach mit dem Start des Rollouts an den Tag gekommen sind.
Für den kritischen Faktor Erreichbarkeit der Mess- und Steuereinrichtungen zum Beispiel bieten sich Möglichkeiten wie die Nutzung der 450-MHz-Frequenz oder die Anbindung per Powerline als effektive Alternativen an. Die vom Gesetzgeber explizit geforderte Einfachheit und Sicherheit bei der Kopplung von Steuerungseinrichtungen und steuerbaren Einrichtungen kann nach Einschätzung von Annike Abromeit von der EEBus Initiative e.V. vor allem dann gelingen, wenn der Abstimmungsbedarf zwischen MSB und Installateur und die Prozesse rund um die Inbetriebnahme harmonisiert und durch automatisiert werden.
Einen ähnlichen Ansatz skizzierte Christina Hollmann von der SPINE GmbH. Hier liegt der Fokus auf einem Netzwerkmanagementsystem, das eine herstellerübergreifende SMGW-Überwachung nutzt, um den Installationsprozess zu vereinfachen und per Störungsdiagnose und Fernentstörung einen effizienteren Betrieb zu ermöglichen.
Realitäts-Check ungefiltert: Was berichten die Werke?
Eine der spannendsten Fragen rund um das Smart Metering ist aktuell sicherlich die nach den bisherigen Erfahrungen der Werke im Umgang mit den kritischen Erfolgsfaktoren. Eric Kallmeyer berichtete dazu aus Sicht des gMSB Hamburger Energienetze. Die ständigen Änderungen der gesetzlichen Vorgaben sieht er als eine der größten Herausforderungen – gerade auch im Hinblick auf den Arbeitsalltag der Mitarbeitenden. Beim Steuerungsrollout konnten 2025 statt der anvisierten 50 nur 4 Steuerboxen eingebaut werden. Positive Effekte erwartet er von einer fortschreitenden Standardisierung des Rollouts.
Als Pilotprojekt zur Umsetzung der Steuerungsfähigkeit haben die Stadtwerke Buchholz das MeterPan Netzcockpit erfolgreich eingeführt. Zu den zentralen Lerneffekten zählte aus der Sicht von Projektleiter Felix Sager, dass funktionierende Schnittstellen zum ERP-System des MSB und des VNB Voraussetzung für den Erfolg sind. Darüber hinaus trägt der Einsatz des gemeinsamen Netzmodells für Visualisierung, Steuerung und Anschlussplanung, das die retoflow GmbH liefert, zur Zukunftssicherheit bei.
Für die Stadtwerke Norderstedt berichtete Thorsten Meyer über das Projekt DISEGO. Hier ist es gelungen, die gesamte Prozesskette aufzubauen und Steuerungsbefehle erfolgreich bis zu steuerbaren Verbrauchseinrichtungen durchzuleiten. Eine signifikante Erfahrung aus seiner Sicht: Die Qualität und Verfügbarkeit von GIS-Daten sind entscheidend für das Tempo, mit dem die Verteilnetze smart gemacht werden können. Bei dem Projekt DISEGO gehört es zum Konzept, dass die Sicht der Endkunden aktiv einbezogen wird. Das ist keineswegs selbstverständlich.


Nicht zu unterschätzen: Auch die Kundensicht ist wichtig
Lässt sich mit Smart Metering auch Geld verdienen? Die Antwort, die Reinhard Rümler von PwC gibt, lautet: Ja – wenn die Prozesse so funktionieren, dass sie den Kundenbedürfnissen entsprechen. Seiner Analyse zufolge ist die Technik zwar längst da und auch das Potenzial für Wertschöpfung – zum Beispiel im Hinblick auf die steigende Anzahl von Prosumern – ist da. Woran es jedoch noch mangelt, ist das Ineinandergreifen der Prozesse und der Kommunikation zwischen den Akteuren. Würde der Fokus der Branche weg von der Regulierung hin zur Kundensicht gelingen, so sein Appell, käme man schneller dahin, auch in diesem Bereich die entscheidenden Nachbesserungen umzusetzen.
Best Practice live: Steuerungsrollout mit MeterPan
Nach der kompletten Neuentwicklung ist MeterPan MaaS zur zentralen Plattform für die MSB-Digitalisierung geworden. Georg Baumgardt und Hannes Bitter stellten in ihrem Überblick heraus, dass das hohe Entwicklungstempo bei der Umsetzung der Anforderungen auch durch den engen Erfahrungsaustausch mit Kunden gehalten werden konnte. Die nächsten Schritte sind bereits in Vorbereitung: So wird es zum Beispiel einen „Steuer TÜV“ geben, der die technische Prüfung von Einzelgeräten wesentlich vereinfacht.
Per Live-Demo im System wurden die Vorteile sichtbar, die der Steuerungsrollout mit MeterPan bietet. Ob es um die Aktivierung von TAF-10 geht oder um die Auslösung von Bestellungen: Das System bietet Unterstützung, die die gesamte Komplexität der Prozesse auf wenige Klicks reduziert.
Fazit: Gelungene Veranstaltung mit hohem Mehrwert
Mit der Meetering 2026 hat MeterPan das erfolgreiche Konzept der Vorjahresveranstaltungen erneut optimal umgesetzt. Der Erfahrungsaustausch möglichst vieler verschiedener Akteure rund um das Smart Metering bringt vor dem Hintergrund weiter steigender Komplexität hohen Nutzen. Indem Lerneffekte und Optimierungspotenziale geteilt werden, kann die Branche zu ihrem eigenen Nutzen weiter zusammenwachsen. Die hohe Teilnehmerzahl und der große Bedarf an persönlichem Austausch hat bei MeterPan bereits jetzt zu der Überlegung geführt, die Meetering 2027 in einem erweiterten Format auszurichten.