MeteringBlog

Vielversprechende Kommunikationsplattform: LoRa

von Christian Schröder,

Mit LoRa ist eine neue Technologie für die drahtlose Kommunikation von Geräten über größere Entfernungen auf dem Vormarsch. Die MeterPan hat die Vorbereitung in ihre Lösungen bereits integriert.

Eine der größten technischen Herausforderungen beim Betrieb der Intelligenten Messsysteme ist die Datenübertragung. Diese muss zuverlässig funktionieren, soll kein hohes Investment erforderlich machen und überall einfach einzusetzen sein. Beste Chancen, all diese Bedingungen zu erfüllen, hat die relativ neue Funktechnologie LoRa.

Seit es im Zuge der Entwicklung des Smart Metering den Bedarf gibt, Daten kostengünstig und zuverlässig zu übertragen, haben Messstellenbetreiber und Versorgungsunternehmen eine Vielzahl von Technologien erprobt. Jedes Verfahren weist bestimmte Vor-und Nachteile auf.

Die Übertragung über Mobilfunk beispiels-weise funktioniert nicht immer optimal, da die Modems oft in Kellern positioniert werden. Man kann zwar eine bestehende Infrastruktur nutzen, es fallen jedoch vergleichsweise hohe Kosten an. Eine komfortable Lösung ist sicher der Datentransport per Glasfaser – allerdings sind längst nicht überall entsprechende Leitungen verlegt oder geplant. Auch eine Übertragung über DSL lässt sich nicht überall flächendeckend und wirtschaftlich umsetzen. Die Übertragung per Powerline setzt auch auf vorhandenen Strukturen auf, bringt aber technisch bedingte Einschränkungen mit sich – so ist Konnektivität nur dort möglich, wo auch ein Kabel ist. Gerade in Bestandsanlagen der Wohnungswirtschaft ist es aber nicht oder nur mit sehr hohem Aufwand möglich, neue Kabelverbindungen zu legen. Hier punktet eine Funktechnik wie LoRa besonders.

Messwerte einfach und günstig übertragen

Die Funktechnologie LoRa vereint viele Vorteile und erfreut sich bereits in vielen europäischen Ländern einer wachsenden Beliebtheit. Einer der Hintergründe ist, dass LoRa als Schlüsseltechnologie für die Verbreitung des Internets der Dinge eingestuft wird. Denn das Verfahren ist für die Kommunikation von Geräten und Maschinen untereinander hervorragend geeignet. Einer der größten Vorteile der Technik sind die enormen Reichweiten, die per Funk erzielt werden können. Bis zu 25 km bei freier Sicht sind möglich, in Innenstädten ca. 3 km. Der Preis“ dafür ist eine Beschränkung der Datenrate, die mit LoRa bewältigt werden kann. Diese ist erheblich geringer als zum Beispiel bei GSM oder LTE. Für die Kommunikation von Intelligenten Messsystemen ist die Datenrate jedoch ausreichend – denn hier geht es ja vornehmlich um Einzelwerte, Stellbefehle, Alarme etc.

Innovation der MeterPan: Anbindung LoRa an IT-Landschaft

Die IVU Softwareentwicklung GmbH arbeitet derzeit an der Entwicklung der Firmware für die einzusetzenden Endgeräte und entwickelt darüber hinaus auch die Software für das Netzwerkmanagement – also die Steuerung und Überwachung von LoRa-Funkknoten. Der bei den MeterPan-Lösungen bereits zum Einsatz kommende Relay-Server wird dazu einfach um ein Modul erweitert. Die Entwicklung erfolgt in Zusammenarbeit mit der Deutschen Zählergesellschaft (DZG) unter dem Dach der MeterPan. Plan ist, dass die Geräte spätestens im dritten Quartal dieses Jahres verfügbar sein werden.

LoRa: Beste Voraussetzungen für das Internet der Dinge

Christian Schröder, Geschäftsführer der IVU Softwareentwicklung GmbH, fasst die Vorteile von LoRa so zusammen:

„Durch die extreme Reichweite in Verbindung mit dem geringen Energieverbrauch lassen sich gleich zwei große Herausforderungen bei der Übertragung des Datenverkehrs im Messwesen lösen. Darüber hinaus ist die benötigte Hardware kostengünstig zu beschaffen, und auch der Betrieb eines LoRa-Netzwerkes verursacht vergleichsweise geringe Kosten. Ein weiterer entscheidender Vorteil der Technologie ist, dass dabei Frequenzen genutzt werden, die in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern für jedermann kostenfrei zugänglich sind.“

Christian Schröder
Christian Schröder

ist als Geschäftsführer der IVU Softwareentwicklung fokussiert auf die Entwicklung und Koordination kundenspezifischer Anpassungen im Umfeld elektronischer Stromzähler, auch für internationale Projekte.

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