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Smart Meter Rollout –eine kommunikative Herausforderung für Stadtwerke (Teil1)

von Antonina Rudkowski,

2019 werden die Messstellenbetreiber wohl zertifizierte Technik zur Verfügung haben und mit dem Smart Meter Rollout beginnen. Vorausgesetzt es kommt nicht zu gravierenden Lieferengpässen. Gleichzeitig nimmt die mediale Berichterstattung die Begriffe „Smart Meter Rollout“, „Smart Home“, „Smart City“ und Co. verstärkt auf. Spätestens seit dem Roman „Blackout“ brodelt die Gerüchteküche rund um Smart Meter. Das kann Ängste wecken und Misstrauen schüren.

Höchste Zeit also, die eigene Kommunikationsplanung mit der Netzabteilung abzustimmen und mit dem „kommunikativen Rollout“ zu beginnen, bevor dies andere tun oder Missverständnisse entstehen. Gezielte Kundenansprache und eine transparente Kommunikation auf Augenhöhe sind hier die Stichworte.

Bis zum Jahr 2032 werden die Stromzähler in Deutschland digital! Dies wurde mit dem am 02.09.2016 verabschiedeten Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende und dem darin enthaltenen Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) festgelegt.
Dabei regelt das Gesetz unter anderem den Rollout-Fahrplan, die Finanzierung und die datenschutzrechtlichen Anforderungen an intelligente Messsysteme (iMsys) und moderne Messeinrichtungen (mMe). Des Weiteren hat es tiefgreifende Auswirkungen auf bestehenden Messeinrichtungen und Abläufe.


Mit den zusätzlichen Informationspflichten des § 37 Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) steht der gMSB, in der Regel gleichbedeutend mit dem Netzbetreiber, nun vor der Aufgabe, die Kunden über den bevorstehenden Zählertausch zu informieren. Spätestens sechs Monate vor Beginn des Rollouts sind die Preise für den Messstellenbetrieb von mMe und iMsys zu veröffentlichen (Standardleistungen und mögliche Zusatzleistungen sowie Preisblätter mit jährlichen Preisangaben für mindestens drei Jahre). Drei Monate vor dem Einbau der neuen Zähler müssen die Kunden darüber informiert und dabei auch auf die Möglichkeit zur freien Wahl eines Messstellenbetreibers hingewiesen werden, so der zweite Absatz des § 37 MsbG.


Diese gesetzlichen Vorgaben erhöhen die Anforderungen in der Kommunikation mit dem Endkunden. Denn diesem müssen zum einen die Vorteile der neuen Messtechnik nahegebracht werden, zum anderen aber auch vermittelt werden, dass er in Zukunft unter Umständen einen Beitrag zu den Kosten der Messsysteme leisten muss. Hinzu kommt, dass das Thema Smart Metering in der Bevölkerung nicht bekannt ist, und wenn doch, dann vorranging in Zusammenhang mit Datenschutzdiskussionen. Auch Begrifflichkeiten wie die energiewirtschaftlichen Marktrollen Stromanbieter, Netzbetreiber oder gar Messstellenbetreiber können durch die meisten Kunden nicht unbedingt definiert oder gar unterschieden werden.
Da der Rollout gestaffelt bis 2032 stattfindet, ist es ratsam, die Kommunikation ständig den Gegebenheiten und Verbrauchergruppen anzupassen und im Verlauf weiteren Nutzen anzubieten.


Im zweiten Teil unserer Serie lesen Sie mehr über die Konfliktfelder, die der Rollout mit sich bringt.

Antonina Rudkowski
Antonina Rudkowski

ist als Produktmanagerin Metering Ihre Ansprechpartnerin für alle Themen rund um das moderne Messwesen.

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