MeteringBlog

Smart Meter Rollout – eine kommunikative Herausforderung für Stadtwerke (Teil 2)

von Antonina Rudkowski,

Fortsetzung der Serie "Smart Meter Rollout - eine kommunikative Herausforderung für Stadtwerke"

Knüpft an Teil 1 vom 28.09. an.

Jegliche Art von Veränderung birgt meistens ein erhöhtes Konfliktpotenzial. Insbesondere in Themenbereichen, die sehr speziell und für Außenstehende oftmals schwer verständlich sind. Im Fall der Digitalisierung der Energiewende kann von einem klassischen Zielkonflikt zwischen Netzbetreiber, Messstellenbetreiber und dem Verbraucher ausgegangen werden: Bekanntheit, Akzeptanz und Nutzen werden von diesen drei unterschiedlichen Marktteilnehmern deutlich differenzierter wahrgenommen und für die Kommunikation stellt sich so die Frage:
Wie behaupte ich mich als kommunaler Energieversorger und Netzbetreiber in diesem Spannungsfeld?

Bekanntheit: Smart Wer?

Die Energiewirtschaft beschäftigt sich seit Langem intensiv mit der Digitalisierung der Energiewende. Der Verbraucher nicht! Es kann davon ausgegangen werden, dass die wenigsten wissen was ein Smart Meter ist. Geschweige denn, ein intelligentes Messsystem, eine moderne Messeinrichtung oder gar den Unterschied zwischen den beiden kennen.

Für die Kommunikation heißt das: Sie wollen etwas von Ihrem Kunden (Zugang zum Zählerschrank). Und Sie wollen dafür Geld (und zwar mehr als vorher). Ihr Kunde wiederum hat im besten Fall Vertrauen zu Ihnen und lässt Sie herein, physisch und finanziell. Im schlechten Fall stellt er sich einfach quer.

Akzeptanz: Der gläserne Kunde?

Im Fall der Digitalisierung der Energiewende stehen sich die Absichten der verschiedenen Akteure – Netzbetreiber, Messstellenbetreiber und Verbraucher – wie folgt gegenüber: Netzbetreiber und Messstellenbetreiber wollen die Daten, der Verbraucher will seine Daten schützen. Er hat Angst davor, zum gläsernen Kunden zu werden. Verbraucherkommunikation muss hier Brücken bauen, damit die Energiewende einfacher gelingen kann.

Nutzen: Welcher?

Die Digitalisierung der Energiewende ist eine Herkulesaufgabe – organisatorisch sowie kommunikativ: Rund 40 Millionen Zähler müssen getauscht werden, die meisten Verbraucher in Deutschland werden lediglich eine moderne Messeinrichtung erhalten. Sprich: einen digitalen Zähler, der exakt das misst, was der altbekannte Ferraris-Zähler (schwarzer Kasten im Keller) seit Jahren zuverlässig tut. Die erfassten Verbräuche werden zwar gespeichert, jedoch nicht übertragen oder digital aufbereitet. Damit ist die Gestaltung neuer Tarife, die flexibel auf die Strombörse und das dortige Angebot an unter anderem Ökostrom reagieren, für Privatkunden mit modernen Messeinrichtungen aktuell nicht möglich. Realistisch ist dies nur für Kunden mit intelligenten Messsystemen: große Verbraucher mit einer jährlichen Stromabnahme über 6.000 kWh und Einspeiser mit einer Erzeugungsleistung ab 7 kWp. Der Unternehmenskommunikation sollte es gelingen, trotz sehr unterschiedlichem Nutzen, Akzeptanz zu schaffen und die Vorteile für die Allgemeinheit aufzuzeigen. Das hilft Abwehrhaltungen abzubauen.

Vorteile für die Allgemeinheit sind unter anderem:
Keine manuelle Ablesung mehr nötig. Dies führt beim Kunden zu weniger bis zu gar keinem Stress mit der Selbstablesung
Energieverbräuche können online eingesehen werden. Somit ist der Stromverbrauch kontrollierbarer und steuerbarer und das Energiesparen ist einfacher geworden
Der jeweilige Energielieferant kann monatliche Verbrauchs- und Kosteninformationen besser verteilen
Neue flexible Tarife können zukünftig eingeführt werden
Weitere Energieträger (Gas, Wärme, Wasser) können perspektivisch ebenfalls angebunden und überwacht werden
Netzstörungen sind präziser eingrenzbar und zielgerichteter und schneller behebbar
Umzüge, Ummeldungen und Vertragsänderungen werden für den Kunden komfortabler

Bleiben Sie informiert und lesen Sie im dritten Teil unserer Serie „Smart Meter Rollout – eine kommunikative Herausforderung für Stadtwerke“ welche neuen Möglichkeiten sich durch den kommunikativen Rollout ergeben.

Antonina Rudkowski
Antonina Rudkowski

ist als Produktmanagerin Metering Ihre Ansprechpartnerin für alle Themen rund um das moderne Messwesen.

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