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Erfolgreich ins moderne Messwesen: Smart Meter Kongress 2020

von Jill McLean,

Bereits der erste Smart Meter Kongress von MeterPan und Tremondi konnte hohe Besucherzahlen und eine große Resonanz für sich verbuchen. Auch wenn die zweite Ausgabe unter dem Zeichen von Corona stattfand, waren Nachfrage und Teilnahme genauso hoch wie bei der ersten Veranstaltung. Aus der Krisensituation heraus ergab sich, dass der Kongress in Nürnberg live stattfinden konnte, in Hamburg jedoch als digitaler Kongress ausgerichtet wurde. Es hat sich erneut gezeigt, dass der Bedarf an Information und Unterstützung bei der Umsetzung des Messstellenbetriebs mit iMSys nach wie vor unvermindert hoch ist.

Hohe Anforderungen und weitere Hürden

Steffen Heudtlaß, Geschäftsführer der MeterPan, resümierte zur grundlegenden Orientierung die aktuellen Grundlagen des modernen Messwesens. Die Anforderungen beinhalten nach heutigem Stand eine enorme Vielzahl an gesetzlichen Vorgaben. Deren Komplexität macht eine sorgfältige Planung von Projekten zur Umsetzung des gMSB unabdingbar.

Der Umstand, dass nach Jahren des Wartens in vielen Fällen die Bereitschaft und die Motivation zur Umsetzung des modernen Messwesens abgenommen haben, darf sich nicht zu einem grundlegenden Hemmnis für die notwendigen Veränderungen entwickeln.

Bestellprozess und sichere Lieferkette

Gegenüber den zertifizierten Gateway-Anbietern besteht seitens MeterPan und Tremondi Herstellerneutralität. Es ist allerdings zu beachten, dass die Gateways verschiedene Eigenschaften haben. So unterscheiden sich beispielsweise die sicheren Lieferketten momentan stark voneinander – auch wenn es die Absicht gibt, diese zu vereinheitlichen. Insofern hat die Auswahl des Gateway-Anbieters durchaus erhebliche Auswirkungen bei der Umsetzung. Die Kunden von MeterPan und Tremondi können dabei auf eine entsprechende Beratungskompetenz zurückgreifen.

Der Bestellprozess nimmt eine zentrale Stellung ein, denn dieser muss digital durchgeführt werden. Neben Prozesssicherheit bringt der digitale Bestellprozess mehr Effizienz in die Gesamtabläufe. Dies sind Aspekte, die als positive Impulse für weitere digitalisierte Prozesse gesehen werden können.

Lieferung, Montage und Inbetriebnahme

Wurde ein Gateway geliefert, ist zunächst die korrekte Verarbeitung des elektronischen Lieferscheins wichtig. Der Lieferschein enthält die Daten so, wie sie formatiert sein müssen – daher ist die saubere und fehlerfreie Bearbeitung essenziell für eine störungsfreie Inbetriebnahme.
Die Anzahl der pro Gateway angeschlossenen Zähler sollte aufgrund der Datenverarbeitungskapazitäten begrenzt sein. Eine Möglichkeit für den Kunden, per PC an das Gateway anzudocken, muss vorhanden sein. Als vereinfachende Option stellt MeterPan den Zugang über die Smart-Meter-Visualisierung zur Verfügung.

Im operativen Betrieb müssen Prozesse und Gerätezustände überwacht werden, die Qualität von Messdaten gesichert und die Messdaten müssen kommuniziert werden. Darüber hinaus ist eine Behebung von Fehlern im Rahmen der SLA notwendig. Da die Gateways selbst momentan noch keine Plausibilisierung etc. anbieten, müssen diese zusätzlich vorgenommen werden, um vollständige Messwerte zu erhalten. Über das Meter-Dashboard können die Kunden jederzeit einsehen, welche Leistungen aktuell erbracht werden. 

Jenseits der Pflichten: Aufbau von Mehrwert-Services und neuen Geschäftsmodellen

Georg Baumgardt, Bereichsleiter der Abteilung Entwicklung bei der IVU Informationssysteme GmbH, brachte die Kongressteilnehmer bezüglich der neuen Möglichkeiten, die die iMSys mit sich bringen, auf den neuesten Stand.

Auch wenn Mehrwert-Services und neue Geschäftsmodelle in Anbetracht von Menge und Umfang der derzeitigen Pflichtaufgaben für viele Versorgungsunternehmen wieder in den Hintergrund rücken: Diese Themen sind wichtiger denn je, da die entsprechenden Weichenstellungen in den Unternehmen heute erfolgen bzw. erfolgen müssen

Dynamische Tarife und intelligente Dienstleistungen in der Schlüsselrolle

Die Planung und Entwicklung von Mehrwert-Services und neuen Geschäftsmodellen sieht sich mit Anforderungen konfrontiert, die scheinbar miteinander in Einklang zu bringen sind. Dies zeigt sich am Beispiel E-Mobility sehr deutlich: Kostenoptimierte E-Mobilität ohne Komforteinbußen wird gewünscht, die notwendige Infrastruktur soll bereitgestellt werden. Auf der anderen Seite müssen der Versorgungsauftrag erfüllt und die Netzstabilität gesichert werden – am besten ohne Netzausbau.

Bei der Auflösung dieser scheinbaren Widersprüche können automatisierte, netz- und lastgesteuerte, zeitvariable Tarife eine zentrale Schlüsselrolle einnehmen. Bereits heute stellt MeterPan Lösungsmöglichkeiten bereit: vom Ladesäulenmanagement bis hin zur E-Mobility App zur Steuerung des Kundenverhaltens stehen entsprechende Dienstleistungspakete für Versorgungsunternehmen bereit.

Auch für neue Geschäftsmodelle, die sich etwa im Bereich der Wohnungswirtschaft anbieten, sind die technischen Grundlagen bereits heute gelegt.

Resümee: Weiterhin hoher Informationsbedarf – weiter steigende Nachfrage nach Lösungen und Praxiskompeten

Der Smart Meter Kongress von MeterPan und Tremondi hat gezeigt, dass der Bedarf an Informationen und Lösungen rund um das moderne Messwesen nach wie vor hoch ist. Der Austausch zu Detailfragen war rege und belegt damit, dass in vielen Unternehmen die nächsten Schritte der Umsetzung in der konkreten Planung sind. Das Konzept hat sich bewährt – und das Feedback der Teilnehmer wird in die Weiterentwicklung dieses Formats einfließen.

Jill McLean
Jill McLean

ist bei der MeterPan im Marketing tätig und Ihre Ansprechpartnerin für Messe- und Presseangelegenheiten. 

jmclean[at]meterpan [dot] de