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MeterPan im Gespräch mit Robert Koning

von Steffen Heudtlaß,

Im Zuge der Zusammenarbeit zwischen Smart City Solutions und MeterPan werden regelmäßig LoRaWANs für deutsche Städte konzipiert, errichtet und betrieben. In diesem Zusammenhang treten häufig kommunale Unternehmen, allen voran die klassischen Stadtwerke in ihrer Rolle als regionaler Infrastrukturspezialist, im Projekt als Ideengeber und Umsetzungsplattform für „ihre“ Stadtverwaltung auf.

 Heute beleuchten wir diese Rollenverteilung im Gespräch mit Robert Koning, Geschäftsführer von Smart City Solutions, etwas genauer:

MeterPan: Herr Koning, wie schätzen Sie die aktuelle Dynamik im Ausbau öffentlicher LoRaWANs ein?
Robert Koning: Derzeit verzeichnen wir eine stark wachsende Nachfrage. Das Thema hat sich mittlerweile herumgesprochen, es existieren vielfältige, erprobte und bezahlbare Sensoren und das Thema „Smart City“ treibt unsere Städte an.

MeterPan: Warum ist es gerade in dieser Situation für Stadtwerke interessant, hier aktiv zu werden?
Robert Koning: Viele Städte verfügen nicht über das nötige Know-How und die kurzfristigen, finanziellen Freiheiten, um ein passendes Projekt zügig umzusetzen und dem Bürger greifbaren Erfolg demonstrieren zu können. Gleichzeitig sind die Stadtwerke bei Bau und Betrieb von regionaler Infrastruktur absolute Experten. Der Umfang der nötigen Investitionen ist leicht auch von kleinen Stadtwerken im regelmäßigen Investitionsplan unterzubringen. Der kommunale Versorger hat hier gute Chancen, sowohl gegenüber seinem Gesellschafter „Stadt“ und deren Bürgern als auch im Idealfall gegenüber seinen Kunden mit technischer Expertise und lokaler Investition ins Gemeinwohl zu glänzen.

MeterPan: Inwiefern lässt sich durch ein LoRaWAN das Gemeinwohl stärken?
Robert Koning: Eine vom kommunalen Unternehmen betriebene, von großen Telekommunikationskonzernen unabhängige und vor allem kostengünstige Kommunikationsinfrastruktur bildet die ideale Grundlage für vielfältige, dem Bürger dienliche Dienste. Ich denke hier z.B. an die Verbesserung des Lernumfeldes an Schulen (Überwachung der Luftqualität, Optimierung der Raumtemperatur), die Verbesserung der Standards von öffentlichen Parks und Spielplätzen (zielgerichtete Bewässerung, effiziente Entleerung von Abfallbehältern, intelligente Beleuchtung) oder auch ein modernes Parkplatzmanagement (freie Plätze mit Parkleitsystem, zielgerichtete und automatisierte Parkraumüberwachung).

MeterPan: Sie führen hier ja eine ganze Reihe spannender Themen an. Ist das bezahlbar?
Robert Koning: Diese Services wären nicht nur mit geringem Investitionsbedarf verbunden, sie wäre auch recht kurzfristig realisierbar. Wir sprechen hier für kleine und mittelgroße Städte nur über eine Handvoll Gateways. Und übrigens lassen sich sehr viele weitere Anwendungsfälle nennen, diese sind nur „die Spitze des Eisbergs“. Gerade für Stadtwerke in ihrer ureigenen Rolle als Netzbetreiber ergeben sich quasi nebenbei noch tolle Möglichkeiten…

MeterPan: Und die wären? Als Betreiber des LoRaWANs fallen ja auch neben der Investition gewisse laufende Kosten an. Wie ließen sich diese rechtfertigen?
Robert Koning: Es bietet sich an, zum Beispiel die Überwachung der örtlichen Trafostation (Verschluss, Temperatur, Funktion etc.) über LoRa-Sensoren abzubilden und direkt über das LoRaWAN mit der Leitwarte zu koppeln. Auch im Wassernetz werden umfangreiche Sensordaten zu Pegelständen, Drücken und weiteren Funktionen benötigt. Die Bereiche Entwässerung oder auch Schwimmbäder sind weitere spannende Anwendungsgebiete für die funkgesteuerte und batteriegestützte Sensorüberwachung oder ggf. auch Regelung. Und im ÖPNV sowie bei der Abfallentsorgung fallen mir auf Anhieb dutzende Anwendungen ein. Aber das absolute Highlight der LoRaWAN-Technologie bildet das Messwesen: Mehrspartenauslesungen, Submetering und die Nachrüstung von Bestandsgebäuden mit smarter Technik sind anders kaum denkbar. Die MeterPan ist nach meinem Eindruck hier deutschlandweit führend bei der erfolgreichen Umsetzung entsprechender Projekte.

MeterPan: Das Stadtwerk könnte mit einem eigenen LoRaWAN also sozusagen „zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen“: In der öffentlichen Wahrnehmung Punkte sammeln durch die Etablierung eines weiteren, wichtigen Service für die eigene Stadt und nebenbei noch die eigenen Prozesse optimieren und qualitativ verbessern?
Robert Koning: Ja, so sehen wir das. Smart City Solutions und MeterPan haben bereits viel Zeit investiert, um gerade unter diesen Aspekten attraktive Pakete für Stadtwerke im kommunalen Umfeld zu schnüren.

MeterPan: Herr Koning, vielen Dank für Ihre Zeit und diesen kleinen Einblick in die Welt kommunaler LoRaWANs.

Steffen Heudtlaß
Steffen Heudtlaß

Bereits seit Jahren für die deutsche Energiewirtschaft in unterschiedlichen Rollen tätig, hat der Fachinformatiker und Diplom-Kaufmann (FH) Steffen Heudtlaß vor allem in den Bereichen Regulierung, Entflechtung und wettbewerbliche Neuausrichtung des Marktes sein Know-How gesammelt. Bis Ende 2017 als Geschäftsführer der HKS Informatik GmbH tätig, bringt er seit Anfang 2018 seine langjährige Branchenerfahrung in die MeterPan ein. 

Steffen Heudtlaß beschäftigt sich insbesondere mit der Produkt- und Geschäftsentwicklung.

sheudtlass[at]meterpan [dot] de