MeteringBlog

Messwerterfassung und Mieterstrommodelle

von Steffen Heudtlaß,

Die Einrichtung von Mieterstrommodellen wird bei der MeterPan immer stärker nachgefragt. Neben den aktuellen Bemühungen der Politik zur Forcierung der Energiewende einerseits und einer sozialeren Verteilung der Kosten andererseits (siehe auch die aktuelle Bundesratsinitiative hierzu), den ökologischen Aspekten einer dezentralen Erzeugung und Verwendung des Stroms und der Steigerung der Attraktivität bestimmter Quartiere kommt hier auch die näher rückende Beendigung der Förderung vieler PV-Anlagen ins Spiel.

Im Zuge der Umsetzung der Projekte stoßen wir immer wieder auf die gleichen Fragen: Welches Abrechnungsmodell zwischen fester, jährlicher „Solarquote“ der gesamten Liegenschaft und 1/4-stündlicher, exakter Zuordnung zu einzelnen Verbrauchern wählen wir? Welchen Preis legen wir fest um in den Genuss der Förderung zu kommen? Wie bewegen wir möglichst alle Mieter zum „mitmachen“? Wie gehen wir messtechnisch, abrechnungstechnisch und in der Marktkommunikation mit den nicht teilnehmenden Mietern um? Was passiert mit durch fremde Messstellenbetreiber besetzte Messstellen? Was müssen wir bei Mieterwechseln, baulichen Veränderungen oder auch Zählerwechseln beachten?

Selbstverständlich lassen sich diese Fragen sämtlich im Projekt sachgerecht beantworten und nicht selten gibt es mehr als einen sinnvollen Weg. Das Für und Wider der einzelnen Lösungsmöglichkeiten abzuwägen ist Teil guter Projektarbeit. Doch bei aller Vielfalt in der Umsetzung erfolgreicher Mieterstromprojekte hat sich für uns ein wichtiger Grundsatz als kritischer Erfolgsfaktor herausgestellt: Sämtliche beteiligten Komponenten (Erzeuger, Speicher, Verbraucher) sollten, wenn irgend möglich, sehr kurzzyklisch (optimal ist viertelstündlich) gemessen werden. Das Erfassen und Vorhalten dieser Messdaten ermöglicht erst die flexible Abbildung der passenden Abrechnungsmodelle. Auf Basis verfügbarer Technologien (moderne Messeinrichtungen mit Funkmodulen, Datensammler mit LoRaWAN etc.) lässt sich sowohl bezahlbar als auch im gesetzeskonformen Rahmen die Messstellen ausrüsten.

Eines ist klar: Für teilnehmende Mieter geht’s ums Geld und daher werden die Abrechnungen der Mieterstrommodelle stets kritisch hinterfragt – wohl Dem, der auf Basis maschinell und kurzzyklisch erhobener Messwerte seinen Kunden auf beruhigende Weise die Richtigkeit der Abrechnungen nachweisen kann. Heiz- und Nebenkostenabrechner sowie die Mitarbeiter der Kundenzentren nahezu aller Versorgungsunternehmen wissen wovon ich schreibe…

Steffen Heudtlaß
Steffen Heudtlaß

Bereits seit Jahren für die deutsche Energiewirtschaft in unterschiedlichen Rollen tätig, hat der Fachinformatiker und Diplom-Kaufmann (FH) Steffen Heudtlaß vor allem in den Bereichen Regulierung, Entflechtung und wettbewerbliche Neuausrichtung des Marktes sein Know-How gesammelt. Bis Ende 2017 als Geschäftsführer der HKS Informatik GmbH tätig, bringt er seit Anfang 2018 seine langjährige Branchenerfahrung in die MeterPan ein. 

Steffen Heudtlaß beschäftigt sich insbesondere mit der Produkt- und Geschäftsentwicklung.

sheudtlass[at]meterpan [dot] de