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Messstellenbetrieb im Wandel

von Steven Wolf,

Die Frist zur Wahrnehmung der Grundzuständigkeit als Messstellenbetreiber (gMSB) nach §41 Absatz 3 S. 1 MsbG nähert sich dem Ende.

All jene, die vorhaben die Marktrolle gMSB zu übernehmen sollten bis dato einen wirtschaftlichen Business Case erarbeitet und bis zum 30. diesen Monats (Juni) die Rollenübernahme der Bundesnetzagentur gemeldet haben.

Wettbewerb als Schlagwort für den Energievertrieb

Im Rahmen des wettbewerblichen Messstellenbetriebs (wMSB) entsteht für den Energievertrieb die Möglichkeit ein neues Geschäftsfeld zu erschließen und an den Messentgelten außerhalb des eigenen Netzes zu partizipieren. Dabei kann der wMSB entweder ergänzend oder als Abgrenzung zum gMSB betrieben werden.

Besonders interessante Endkunden für das Geschäftsmodell des wMSB sind solche, die in die Kategorie der höheren Preisobergrenzen (POG) fallen. Das bedeutet, dass es einen intensiven Wettbewerb um Gewerbekunden mit einem Verbrauch ab 20.000 Kilowattstunden geben wird. Aus Sicht des Energievertriebs entstehen insbesondere in diesem Verbrauchsraster attraktive und lukrative Möglichkeiten, wie z.B. das Angebot einer Kombination aus Messsystemeinbau und Energieliefervertrag als gebündeltes Produkt. Dabei entstehen Szenarien, in denen der gMSB preislich nicht mit den Angeboten des wMSB konkurrieren kann. Die Preisdifferenz des Angebots zwischen grundzuständigen und wettbewerblichen Messstellenbetrieb ergibt sich daraus, dass sich der gMSB in der Regel stark an die POG halten muss, um überhaupt wirtschaftlich rentabel agieren zu können. Der wMSB hingegen kann über den Liefervertrag den Messstellenbetrieb subventionieren und Produkte zu Tiefstpreisen anbieten.

Feststeht, dass vermehrt Verbraucher während dieser Umbruchsphase von konkurrierenden Vertrieben als wMSB angesprochen werden. Um schmerzhaften Verlusten von Kunden entgegenzusteuern ist es somit wichtig, vor allem als gMSB, Produkte mit einem besonders hohen Mehrwert anzubieten. Zielsetzung sollte sein, den eigenen Kundenstamm über Mehrwertprodukte zu binden und die Attraktivität des eigenen Unternehmens durch Transparenz und Innovationskraft zu stärken. 

Steven Wolf
Steven Wolf

hat seine Ausbildung zum IT-Systemkaufmann bei der IVU Informationssysteme GmbH absolviert. Seit Herbst 2017 unterstützt Herr Wolf den Vertrieb der MeterPan. 

swolf[at]meterpan [dot] de