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Heute die Zukunftsstrategien für Ihr Stadtwerk planen

von Marc-Oliver Gries,

Heute, 20 Jahre nach der Liberalisierung, stehen wieder große Herausforderungen in der Energiewirtschaft an. Die Energiewende und die damit verbundene Digitalisierung wurden schon in verschiedenen Studien als die größten Herausforderungen genannt. Hier müssen Lösungen gefunden werden, um auch zukünftig die Energieversorgung mit dem parallelen Ausstieg aus der Kernenergie sicher zu stellen und vor allem muss die Energie für unsere Kunden bezahlbar bleiben. Energie darf zukünftig kein Luxusgut werden!

Heute die Zukunftsstrategien für Ihr Stadtwerk planen

Seit dem letzten großen Paradigmenwechsel in der Stadtwerke-Landschaft Ende der 90er Jahre mit der einhergehenden Liberalisierung, sind immer wieder positive Trends aber auch Schwarzmalereien in der Energiewirtschaft aufgeflammt. Wie wir heute wissen, ist das große Stadtwerkesterben im Zuge der Liberalisierung glücklicherweise ausgeblieben. Damals wurden die Veränderungen von vielen Stadtwerken offensichtlich auch als Chance genutzt und neue Unternehmensstrategien rechtzeitig für die Zukunft umgesetzt. Viele Stadtwerke wählten z. B. eine Out of Area-Strategie in der Strom- und Gasbelieferung und andere Stadtwerke kooperierten zu größeren Einheiten. Wir als Stadtwerke Norderstedt haben uns damals dazu entschlossen, Glasfaserkabel flächendeckend bis in die Wohngebäude zu verlegen. Diese Glasfaserinfrastruktur war der Start für einen völligen neuen Dienstleistungsbereich, welcher inzwischen einen wesentlich höheren Gewinn generiert als das klassische Stadtwerke Produktportfolio. Die gewählten Strategievarianten sind fast immer eine erfolgreiche Entscheidung gewesen.

Grundsätzlich gilt aber das bekannte Zitat: "Hoffnung ist keine Strategie!"

Wir sollten die Energiewende, wie damals, wieder als Chance sehen und nicht länger als ein lästiges Pflichtthema. Viele Stadtwerke in Deutschland sind Netzbetreiber und grundzuständiger Messstellenbetreiber. Das sind schon einmal sehr gute Voraussetzungen, um unseren Kunden über diese Tätigkeit neue Produkte anzubieten. Der Wandel vom Netzbetreiber zum Systemdienstleister geht einher mit neuen Produkten im Mobilitätsbereich. Ich will hier nicht nur die E-Mobility herausstellen. Nein, wir müssen darüber nachdenken, komplette Mobilitätskonzepte anzubieten. Hier gibt es bereits White-Label-Ansätze, welche sehr vielversprechend sind.

Im Bereich der Strombelieferung müssen wir unserer Netze weiter digitalisieren und auf Basis dieser Technik intelligente Tarife anbieten, welche auf Flexibilitäten basieren. Mit der Einführung von dynamischen Tarifen haben die Stadtwerke die Möglichkeit, über die klassischen „Stadtwerke-Produkte“ hinaus im digitalen Bereich Fuß zu fassen. Es können hierfür bestehende Glasfaserinfrastrukturen genutzt werden oder es werden Funknetze wie z. B. der LoRa-Funkstandard genutzt um hierauf Dienste aufzusetzen. Diese Netze eignen sich hervorragend für den weiteren Ausbau des "Internet der Dinge" (IOT).

Wir Stadtwerke haben in vielen Bereichen Kernkompetenzen im eigenen Hause, aber die Ressourcen, um neue Geschäftsfelder zu erschließen, sind natürlich limitiert. Hier kann ich nur empfehlen, auch die Hilfe von Dienstleistern in Anspruch zu nehmen oder Kooperationen mit anderen Stadtwerken einzugehen um Synergien zu nutzen. Die Aufgaben sind schon heute einfach zu vielschichtig, um alles alleine zu bewältigen und in Zukunft werden die Anforderungen noch komplexer. Die MeterPan und ihre Partner haben bereits die ‚Weichen gestellt‘, um schon heute Produkte für Umsetzung Ihrer Zukunftsstrategien anbieten zu können oder nach Ihren Bedarf anzupassen bzw. zu entwickeln. Wir freuen uns mit Ihnen hierüber ins Gespräch zu kommen und natürlich zu bleiben.

Zu guter Letzt möchte ich auf das kostenlose Webinar im November und Dezember hinweisen, welches von der MeterPan angeboten wird. Es geht um die "Strategische Ausrichtung des modernen Stadtwerks im Kontext der Digitalisierung der Energiewende im Spannungsfeld politischer Umsetzung". Hier werden sie einige Themen meiner Ausführungen noch detaillierter wiederfinden.

Marc-Oliver Gries
Marc-Oliver Gries

verantwortet seit 2008 als Abteilungsleiter den Bereich des Netzvertriebes inkl. dem Messstellenbetrieb bei den Stadtwerken Norderstedt. Zudem ist Herr Gries seit 2014 Prüfstellenleiter der staatlich anerkannten Prüfstelle für Elektrizitätszähler und Zusatzgeräte ENO4 in Norderstedt.

mgries[at]stadtwerke-norderstedt [dot] de

Tel +49 40 521 04-389