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Fröhliche Weihnachten! Mit dem Internet der Dinge dem Weihnachtsmann auf die Spur kommen

von Georg Baumgardt,

Die ersten Erwähnungen des Weihnachtsmannes finden sich in den Annalen der Geschichte schon sehr früh. Je nach Kulturkreis existieren zwar unterschiedliche Bezeichnungen und leichte Variationen in den Gebräuchen, aber der Kern bleibt gleich, und das seit hunderten von Jahren: Der Weihnachtsmann ist alt, hat einen weißen Vollbart und einen kugeligen Bauch der Stolz in Rot gekleidet zur Schau gestellt wird. Besonders wichtig ist aber das der Weihnachtsmann die Geschenke bringt, oder die Coca Cola, je nachdem welcher Legende man hier glauben darf.

Wir schreiben (noch) das Jahr 2019. Bei meinen vorweihnachtlichen Onlineshopping-Eskapaden kann ich bei jedem Paket detailliert verfolgen, wo es sich derzeit befindet. Das hätte ich mir als Kind bei den Punkten auf meinem Wunschzettel gerne gewünscht: Jederzeit ein aktualisierter Sendungsstatus vom Weihnachtsmann. Stark!

Ich muss gestehen ich mache mir derzeit tatsächlich etwas sorgen um das Fortbestehen dieser Traditionen. Jeff Bezos liefert schneller als man bestellen kann und es wird zunehmend schwieriger herauszufinden, was eigentlich noch geschenkt werden kann, da eigentlich jeder schon alles hat. Aber das ist nur ein Teil des Problems, das mit Kreativität und intensiven Überlegungen gelöst werden kann.

Viel wichtiger sind die technologischen Veränderungen in den Haushalten. War es nicht immer teil des Zaubers, dass der Weihnachtsmann nie gesehen wurde? Wie will der alte Geselle das weiterhin durchhalten? Die Smarte Klingel reagiert auf kleinste Bewegungen und zeichnet alles auf, sobald sich etwas regt. Der Weihnachtsmann kennt den Code von meinem Smart Lock nicht und ich bin mir auch nicht sicher, ob er in der Lage wäre, sich mit einem per Bluetooth übertragenen Token zu identifizieren. Der Vordereingang scheidet also aus. Wenn er es nun schafft, sich über den Garten Zugang zu verschaffen, läuft er Gefahr, doch noch von einer Kamera erfasst zu werden. Heutzutage muss man ja alles im Blick behalten, um das Cloud Abo auch voll auszuschöpfen. 

Dank des Klimawandels könnte es nun passieren, dass der Mann in Rot nun auch noch von der Bewässerungsanlage überrascht wird und er sich erst einmal umziehen muss. Natürlich würde mein Smart Home im "alle sind im Bett Modus" sofort Alarm schlagen, sobald eines der Fenster plötzlich geöffnet wird. Je nach Eskalationsstufe der künstlichen Intelligenz fängt das ganze Haus an zu blinken und der Weihnachtsmann müsste sich schnell einen Weg zwischen Saug- und Wischrobotern sowie anderen Helfern bahnen und all das nur, um festzustellen, dass der örtliche Netzbetreiber offensichtlich über CLS die Weihnachtsbaumbeleuchtung des wiederverwendbaren Plastikbaumes ausgeschaltet hat.

Doch auch wenn wir über die eigenen Vier Wände hinausschauen fällt auf, dass das Leben für Rentierfahrer schwer geworden ist. Straßenbeleuchtung on Demand macht es fast unmöglich unerkannt durch die Straßen zu fahren. Durch Sensoren für das Smart Parking wird sofort in der ganzen Stadt angezeigt, dass man wo angehalten hat und wenn man mal kurz den Rentiermist entsorgen möchte schlägt auch noch die Smart Waste Meldung Alarm, die eine überfüllte Mülltonne meldet.

Wie kann ein  geheimer Geschenkelieferant hier noch frei agieren? Technologischer Fortschritt führt zur Disruption alter Geschäftsmodelle. Doch spätestens dann, wenn es den Weihnachtsmann trifft, sollten wir alle betroffen sein. 

In meiner Grübelei hat dann meine Tochter für die entscheidende Erkenntnis gesorgt: "Papa, der Weihnachtsmann ist so alt, das ist bestimmt nicht das erste Mal, dass für ihn alles anders wird. Der bekommt das schon hin."

Ich wünsche frohe und besinnliche Weihnachtstage, vielleicht trotz der Freude über das dritte Smart Meter Gateway, mal ganz ohne "smart irgendwas".  Ich bin ganz gespannt was im nächste Jahr an technologischen und regulatorischen Veränderungen auf uns zukommen wird und freue mich darauf, vielleicht doch den Weihnachtsmann zu treffen, um ihn zu fragen, wie er es so lange geschafft hat im Geschäft zu bleiben. Ich könnte mir vorstellen, dass er sich die Zeit zwischen zwei Weihnachtsfesten nimmt, um herauszufinden, wie er die Veränderungen zu seinen Gunsten nutzen kann. Das mache ich jetzt auch! Frohe Weihnachten - Wir bekommen das schon hin.

Georg Baumgardt
Georg Baumgardt

ist als Produktmanager Metering Ihr Ansprechpartner für alle Themen rund um das moderne Messwesen.

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