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Das neue Messstellenbetriebsgesetz: Was es 2017 zu beachten gilt!

von Antonina Rudkowski,

Das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende mit dem Kernstück, dem neuen Messstellenbetriebsgesetz (MsbG), ist am 02.09.2016 in Kraft getreten. Nebst Prozess- und Marktstrukturveränderungen, müssen Energieversorger bereits 2017 organisatorische Vorgaben erfüllen.

Rekapitulierend verpflichtet das MsbG den Messstellenbetreiber zum Rollout intelligenter Messsysteme und moderner Messeinrichtungen. Der Rollout selbst soll bis 2032 flächendeckend umgesetzt sein und hat Auswirkungen auf nahezu alle Abteilungen eines Energieversorgers:

  • auf das Mess- und Zählwesen (Umsetzung der Einbaupflichten),
  • auf das Vertragsmanagement (Ausarbeiten und Aufsetzen neuer Messstellenverträge),
  • auf das Rechnungswesen (Umsetzung neuer Abrechnungsprozesse),
  • auf das Regulierungsmanagement (Buchhalterische Abbildung der Entflechtung zwischen konventionellem und intelligentem Messstellenbetrieb),
  • auf die Marktkommunikation (Umsetzung des Interimsmodells ab 2017 und Umstellung auf die sternförmige Kommunikation ab 2020),
  • auf das Energiedatenmanagement (Entwicklung neuer Bilanzierungsmethoden),
  • auf die IT (Zukünftige Abbildung der BSI-konformen sternförmigen Marktkommunikation) und
  • auf den Vertrieb (Entwicklung neuer Angebot anhand der neuen Mess- und Bilanzierungsverfahren).

Mit Inkrafttreten des Gesetzes zum 01.01.2017 muss eine grundlegende Entscheidung bereits bis zum Ende des ersten Halbjahrs 2017 getroffen werden: Die Anzeige der Grundzuständigkeit muss nach § 45 Abs. 3 S. 1 Messstellenbetriebsgesetz bis zum 30. Juni 2017 in dem nach § 29 MsbG erforderlichen Umfang schriftlich bei der Bundesnetzagentur erfolgen.

Nach Konzeption des Gesetzes sind grundzuständige Messstellenbetreiber alle Stromnetzbetreiber, unabhängig von ihrer Größe und wirtschaftlichen Ausstattung.

Zur Vereinfachung dieses Prozesses hat die Bundesnetzagentur ein Excel-Formular auf ihrer Internetseite zur Verfügung gestellt. Dieses fragt sowohl die Stammdaten als auch den Umfang der Verpflichtung im Sinne des § 29 MsbG ab. Für den elektronischen Versand muss das ausgefüllte Formular mittels des von der Bundesnetzagentur im Internet bereitgestellten Verschlüsselungsprogramms mit dem entsprechenden Schlüssel verschlüsselt werden. Anschließend erfolgt die Übermittlung der Datei mit der Betriebsnummer und der Kontrollnummer über das Energiedatenportal der Bundesnetzagentur. Betriebsnummer, Kontrollnummer und Schlüssel wurden den jeweiligen Kommunikationsbevollmächtigten bereits von der Bundesnetzagentur übermittelt.

Darüber hinaus gelten nach § 37 Abs. 1 MsbG noch diverse weitere Informations- und Veröffentlichungspflichten: Spätestens sechs Monate vor Beginn des Rollouts müssen Informationen über die Rollout-Pflichten, Standard- und Zusatzleistungen sowie entsprechende Preisblätter veröffentlicht werden und spätestens drei Monate vor Einbau der intelligenten Messsysteme bzw. der modernen Messeinrichtungen sind alle beteiligten Akteure über diesen Einbau zu informieren.

Gerne begleiten wir Sie im Rahmen der strategischen Entscheidung zur Umsetzung der Vorgaben und beraten Sie zu weiteren Handlungsoptionen.

Antonina Rudkowski
Antonina Rudkowski

ist als Produktmanagerin Metering Ihre Ansprechpartnerin für alle Themen rund um das moderne Messwesen.

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Tel +49 40 525 061 51