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Das Home Area Network (HAN) hinter dem Smart Meter Gateway – der Hotspot des zukünftigen Kundennutzens durch intelligente Messsysteme

von Steffen Heudtlaß,

Wenngleich in aller Munde, tun sich viele Marktteilnehmer nach wie vor schwer, das Thema Smart Meter Gateway und intelligentes Messsystem in einen erklärbaren Zusammenhang für zukünftigen Kundennutzen zu bringen. Darüber hinaus auch teils deutliche Mehrkosten für einzelne Verbraucher mit entsprechenden Gegenwerten für diese zu unterlegen, erscheint vielen nachgerade unmöglich.

In dieser Situation ist es äußerst wichtig, die zentrale Rolle, die das HAN aus Sicht des Kunden einnimmt, korrekt zu interpretieren. In Deutschland verfügten im letzten Jahr mehr als 93% der Haushalte über einen Internetanschluss und hiervon verwendet über die Hälfte ein privates WLAN zur Schaffung eines eigenen, lokalen Netzes. Der Bedarf nach lokaler Konnektivität für unterschiedlichste Endgeräte ist somit gegeben.  Auf der anderen Seite sind die ersten erprobten und interoperablen CLS-Devices auf dem Markt. Sie besetzen, häufig vorangetrieben durch Energieversorger und Netzbetreiber, den HAN/CLS-Port  der Smart Meter Gateways (auch in den bereits verfügbaren, nicht BSI-zertifizierten Fassungen) und stellen hier zunächst per Definition den Brückenkopf für die externen Marktteilnehmer (EMT) zur Durchführung von Schaltaktionen bei Erzeugungs-/Einspeiseanlagen oder auch speziellen Verbrauchern, z.B. Nachtspeicherheizungen, dar. Bei diesen Aspekten ist der zusätzliche Kundennutzen höchstens mittelbar herzuleiten und kaum eingängig zu erklären.

Es entsteht somit die Erkenntnis, dass die sichere und einfache Möglichkeit zur Verbindung unterschiedlichster Endgeräte im Rahmen eines HAN über das CLS-Interface eine gute Chance darstellt, das intelligente Messsystem nicht zur Insellösung und damit langweiligen und aus Kundensicht nahezu nutzlosen Kostenfalle werden zu lassen. Ein CLS-Device mit dem passenden Headend und einem multifunktionalen CLS-Operator (dies muss nicht der SMGW-Administrator sein!) bieten hier die optimale Lösung, sofern es über sichere und verbreitete Technologien Teil des lokalen HAN wird. Neben LoRa-Funk, als Infrastruktur des IoT breitflächig auf dem Vormarsch, sind hier vor allem die Standards Bluetooth und WLAN (IEEE-802.11-Standard) zu sehen. Gerade das IoT scheint, mit seiner im Verhältnis geringen benötigten Bandbreite, der ideale Kandidat für die Nutzung des CLS-Devices / Smart Meter Gateways als Brücke ins Web. Die umfassende Verbreitung von Stromzählern, die deutlich höhere Sicherheit im Vergleich zu privat administrierten WLAN-Routern sowie die geringen Kosten für die LoRa-Technik selbst sind hier schlagende Argumente.


Zusammenfassend wird deutlich: Wer Kundennutzen und Mehrwerte für Endkunden in Ergänzung zum vielfach bereits verfügbaren WLAN des Kunden schaffen möchte, kommt um eine flexibel nutzbare, kostengünstige und vor allem zur Schaffung einer LoRaWAN befähigten CLS-Box nicht herum. Auf dieser Basis lassen sich in der Welt des IoT mit großer Sicherheit zeitnah Mehrwerte und Zusatzdienste schaffen, für die der Kunde bereit ist, zu zahlen. Nicht zuletzt die ständig steigende Zahl verfügbarer LoRa-fähiger Komponenten und Geräte öffnet hier ein weites Feld möglicher Anwendungen.

Steffen Heudtlaß
Steffen Heudtlaß

Bereits seit Jahren für die deutsche Energiewirtschaft in unterschiedlichen Rollen tätig, hat der Fachinformatiker und Diplom-Kaufmann (FH) Steffen Heudtlaß vor allem in den Bereichen Regulierung, Entflechtung und wettbewerbliche Neuausrichtung des Marktes sein Know-How gesammelt. Bis Ende 2017 als Geschäftsführer der HKS Informatik GmbH tätig, bringt er seit Anfang 2018 seine langjährige Branchenerfahrung in die MeterPan ein. 

Steffen Heudtlaß beschäftigt sich insbesondere mit der Produkt- und Geschäftsentwicklung.

sheudtlass[at]meterpan [dot] de